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Bild: © Cornerstone  / pixelio.de

Scheitern nach Plan

Ehen von Scheidungskindern scheitern besonders oft.
Laut einer Studie der TU Chemnitz werden sie eineinhalbmal (1 ½mal)
Häufiger geschieden als die Verbindungen von Kindern aus intakten Ehen.

Stammen beide Partner aus Scheidungsfamilien, zerbricht das Bündnis sogar Zweieinhalbmal (2 ½mal) häufiger.

 Soziologe Heike Diefenbach fand heraus, die Trennung der Eltern fördere
ein “eheunfreundliches Verhalten” der Kinder. Sie gingen früher Ehen ein und suchten sich “Risikopartner”.

Focus 2.Aug. 1999

Die wichtigsten Scheidungsgründe
Aus einer Umfrage unter Scheidungsanwälten:

1. Die Partner haben sich auseinander gelebt
2. Fehlende Zärtlichkeit
3. Zu viel Routine
4. Fremdgehen
5. Man kann die Gewohnheiten des Partners nicht länger ertragen
6. Man redet nicht mehr miteinander
7. Alkohol
8. Kein Sex mehr
9. Streit ums Geld
10. Körperliche Gewalt

Funk Uhr 09.2002

Scheidung von den Kindern
BREMEN (ddp) Nach einer Scheidung hat jeder zweite Vater kaum noch Kontakt zu seinen Kindern. Vor allem Männer mit niedrigem Bildungsniveau und geringem Einkommen verlieren die Beziehung zu den Kindern, wie aus einer Studie der Bremer Universität hervorgeht. 30,2 Prozent der befragten Väter hatten nach der Trennung keinen Kontakt mehr zu Sohn oder Tochter. 17,8 Prozent sahen die Kinder selten. Zwei Drittel der Väter fühlten sich von wichtigen Entscheidungen im Leben ihrer Kinder ausgeschlossen.

RP 01.110.2002

Scheidung per Internet
Weil ihm Anwälte zu teuer gewesen sind, hat sich der Brite Paul Wilmott online scheiden lassen. “Ich kann noch gar nicht glauben, wie einfach es war”, sagte der 40-jährige Finanzberater der Tageszeitung Daily Mail vom Samstag. Inklusive amtlicher Bearbeitungsgebühren habe ihn die offizielle Trennung von seiner Frau umgerechnet 610 Mark gekostet. Anwälte hätten fast dreimal soviel verlangt.

“Die meisten Leute wollen sich so schmerzlos, schnell und billig wie möglich scheiden lassen. Dank unseres Systems können sie das tun, ohne aus dem Sessel aufzustehen”, preist Mark Keenan seinen neuen Internet-Scheidungs-Service an. Ian Coules, Spezialist für Scheidungsrecht, meint dagegen: “Eine Scheidung ist ganz bestimmt keine Sache, die man am Computer abhandeln sollte.”

Focus 16.09.00

Den Siegern zahlt der Sender die Scheidung
Zum Valentinstag plant der britische Sender Channel 5 eine Scheidungs-Show. Gescheiterte Ehepaare können darin umgerechnet 75 000 Mark und die Kosten für ihre Trennung gewinnen. Wie der Londoner Sunday Telegraph berichtete, sollen die Zuschauer per Telefon entscheiden, welches der sechs gegeneinander antretenden Ehepaar die Scheidung "gewinnt". Die "Sieger" sollen am darauf folgenden Tag vor der Kamera gerichtlich geschieden werden und erhalten eine Reise, wobei Mann und Frau getrennten jeweils an Urlaubsorte fahren, die sich auf der Weltkugel gegenüber liegen. Die "Verlierer" müssen sich hingegen einer Eheberatung unterziehen.

Ein Sprecher der anglikanischen Kirche verurteilte die Scheidungs-Show als "Verspottung menschlicher Beziehungen". Menschliche Tragik werde zur Unterhaltung degradiert.

 Copyright © Frankfurter Rundschau 2000 / 19.09.2000

 

Immer mehr Ehen von Geistlichen enden vor Gericht/ Auch Pfarrer sind nur Männer
 Nächstenliebe nur im Dienst ?
Von JÜRGEN STOCK

"Wer stärkt des Bäffchens weißen Sturz und bürstet den Talar? Wer sagt dem Prediger: Mach’s kurz! und lobt ihn, wenn er’s war? Die Pfarrersfrau ist’s, ihr gilt der Ruhm! Sie kann noch viel mehr tun: Sie hält die Wach vor unserer Tür und lässt uns sicher ruhn.” (evangelische Volksweisheit)

DÜSSELDORF. Vor beinahe 20 Jahren fragte ein Amtskollege Pfarrer Busch* vor dem Altar: "Willst du diese als deine Ehefrau nehmen, sie lieben und ehren, bei ihr bleiben in guten und bösen Tagen, bis der Tod euch trennt?" "Und Walter Busch antwortete: "Ja, mit Gottes Hilfe." Am Anfang der Ehe waren es wohl eher gute Tage. Busch erhielt eine Pfarrstelle im Ruhrgebiet. Drei Kinder kamen zur Welt. Nach aussen hin wirkte die Familie wie das Musterbild eines lutherischen Pfarrhaushaltes. Doch im Laufe der Zeit stellte sich ein schleichender Erosionsprozess ein. Und als der Pfarrer mehr als zehn Jahre nach dem Ja-Wort eine andere Frau kennenlernte, gab es nichts mehr zu kitten. "Die Gemeinde", erinnert sich Busch, "fiel aus allen Wolken, als ich ihr mitteilte, dass ich mich scheiden lassen würde."

Immer häufiger enden Pfarrerehen vor dem Scheidungsrichter. Kirchen-Insider sind sicher, dass die Scheidungshäufigkeit deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt liegt - und weiter steigt. Doch Zahlen gibt es nicht. Obwohl jeder Pfarrer verpflichtet ist, die Beendigung der Ehe seinem Dienstvorgesetzten mitzuteilen, verfügt das Landeskirchenamt in Düsseldorf angeblich über keine Statistik. Die Synodalen, die im Januar (2001)auf der Landessynode über ein neues Pfarrbild diskutieren wollen, werden das ohne verlässliches Datenmaterial tun müssen.

Nach Schätzungen von Kirchenmitarbeitern soll mehr als jede dritte Pfarrersehe in die Brüche gehen. Damit liegen sie etwa gleichauf mit Journalisten. Beiden Ehepartnern machen besonders die unregelmässigen Arbeitszeiten zu schaffen, die sich oft nur schwer mit familiären Verpflichtungen vereinbaren lassen. Ulrike Sandner, Vorsitzende des Pfarrfrauendienstes der Evangelischen Kirche im Rheinland aus Rheydt, der sich für die Belange von Pfarrersfrauen einsetzt, sieht Pfarrhausehen einem besonderen Druck ausgesetzt: "Die Generation Frauen vor mir hat sich noch verpflichten müssen, ihren Beruf aufzugeben, wenn sie einen Pastor heiratete. Da waren Ärztinnen, Lehrerinnen und Krankenschwester darunter."

Für die Gemeinde waren diese Frauen billige Arbeitskräfte. Wie selbstverständlich wurde von ihnen erwartet, dass sie etwa einen Frauensingkreis leiteten und ihrem Mann im Beruf zur Seite standen.

Auch wenn sich dieses Pfarr-Frauenbild gewandelt hat, ist das Pfarrhaus immer noch so etwas wie eine öffentliche Einrichtung. Ulrike Sandner: "Da gibt es Betrunkene, die einen um vier Uhr morgens aus dem Bett klingeln, weil sie getraut werden möchten. Einmal musste, die 17-jährige Tochter einer Freundin, die auch Pfarrfrau ist, Spätabends, als die Eltern einmal nicht zu Hause waren, am Telefon einen Menschen beruhigen, der sich das Leben nehmen wollte. Als Familie wird man da praktisch in Sippenhaft genommen."

Die Düsseldorferin Hanna Jennet, die einmal mit einem Pfarrer verheiratet war, hat diese Erfahrungen am eigenen Leibe erlebt. "Die Gemeinde hat natürlich von unseren Kindern erwartet, dass sie in der Kinderflötengruppe mitmachten." Für die Kirchgänger hat die Pfarrersfamilie oft immer noch Vorbild-Charakter. Auch die Eheleute selber mühen sich in der Regel als Gläubige um einen christlichen Lebenswandel. "Doch dadurch", meint Hanna Jennet, "wird auch vieles unter den Teppich gekehrt." So brodelt es in mancher Pfarrersehe, während nach aussen hin der schöne Schein gewahrt bleibt. "Es ist bezeichnend", merkt die heute 54-Jährige an, "dass die Situation sich entschärft, wenn beide Ehepartner berufstätig sind."

In Pfarrersehen, in denen die Frau auf der Kanzel steht, scheint es ebenfalls unproblematischer zuzugehen, da die berufstätigen Ehemänner von der Gemeinde weitaus weniger in Anspruch genommen werden als in der umgekehrten Konstellation.

Unmittelbarer Scheidungsanlass ist oft ein Seitensprung des Pfarrers. Kommt es dann zum Bruch in der Ehe, benehmen sich die Geistlichen wie der Durchschnitt deutscher Männer: nicht besser und nicht schlechter. "Besonders wenn’s um die Finanzen geht, wird mit harten Bandagen gekämpft" , hat Ursula Gericke, Frau des Düsseldorfer Superintendenten durch ihre Betreuungsarbeit gelernt. "Ich habe sogar schon erlebt, dass Männer ihren Beruf aufgegeben haben, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen." Für Frauen, deren Männer am Sonntag von Nächstenliebe predigen und zu Hause das Gegenteil tun, bricht dann eine Welt zusammen. "Ich habe schon erlebt, dass solche Frauen, obwohl tief gläubig, aus der Kirche ausgetreten sind", berichtete Ursula Gericke.

Früher war eine Scheidung in der Regel Anlass für eine sofortige Versetzung des Betroffenen. Heute greift die Kirchenleitung nur noch zu dieser Disziplinarmassnahme, wenn der Eheknatsch den Gemeindefrieden bedroht.

Für die Pfarrfrau bedeutet das Ende der Ehe fast immer auch die Aufgabe ihres Zuhauses. Denn die Wohnung ist ja an den Beruf ihres Mannes gebunden. Nach aussen hin entsteht so meist der Eindruck, als habe sie ihn verlassen.

Doch auch beim Mann bleiben Wunden, die sich manchmal ein Leben lang nicht schliessen.
"Jedesmal" , sagt Pfarrer Busch," wenn ich ein Paar in Ehefragen in einer Krisensituation beraten soll, kommt meine eigene Geschichte wieder in mir hoch." Er musste nach dem Scheitern seiner ersten Ehe auf eine andere Pfarrstelle wechseln. Er ist jetzt glücklich verheiratet, hat mit seiner neuen Partnerin zwei Kinder. "Aber", sagt der Pastor, "ich muss mir mein Scheitern eingestehen und kann nur hoffen, dass es unter Gottes Vergebung fällt."

(*Name von der Redaktion geändert) Rheinische Post / 19.09.00

 

Flucht vor der Ehefrau
Von SAJE ASGARI

BERLIN. Wolfgang F. liebte seine Frau Gabriele. So sehr, dass sich der Bottroper jahrelang von ihr schlagen und misshandeln liess, ohne Anzeige zu erstatten. Wegen Kleinigkeiten rastete die 44-Jährige oft aus, verprügelte ihren Mann. Wolfgang F. (47) erblindete auf dem rechten Augen, später bezog er so starke Schläge, dass der linke Augapfel zerriss. F. ist heute blind, seine Frau wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Unverständnis und Hohn ernten Männer, wenn sie berichten, dass sie von einer Frau geschlagen wurden: "Ein Mann würde sich sehr wahrscheinlich lächerlich machen, wenn er zur Polizei geht", sagt Peter Thiel. Der Berliner Familienberater weis aus Erfahrung, dass weibliche Gewalt gegen Männer keine Ausnahme ist. Und misshandelte Männer haben oft keine Anlaufstelle, an die sie sich wenden können. Das wollen Thiel und seine Mitstreiter vom Berliner Männerbüro nun ändern. Sie wollen das erste offizielle Männerhaus in Deutschland einrichten, in dem Männer Zuflucht finden und psychologisch betreut werden.

Eine solche Einrichtung würde Jürgen Dörr begrüssen. Der Psychotherapeut, der beim Männerbüro Düsseldorf arbeitet, glaubt aber, dass es sich "noch um ein sehr grosses Tabu für Männer" handelt. Auch wenn das Problem bekannt sei, kommen nur wenige mit ihrem Problem zur Beratung. "Dabei sollte kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht werden", sagt Dörr.

Wann das Männerhaus, das bis zu acht Männern Platz bieten soll, Realität wird, steht noch nicht fest. Die laufenden Kosten - Miete und Betriebskosten - schätzt die Initiative auf rund 30 000 Euro pro Jahr. Die, so hofft das Männerbüro, könnten staatliche Zuschüsse abdecken.

Gewalt von Frauen gegen Männer - in der Gesellschaft ist das eher Anlass zur Erheiterung, weniger Grund zur Sorge.
Als Entertainer Stefan Raab Prügel von Profiboxerin Regina Halmich bezog, feixten Medien und Zuschauer gleichermassen. Hätte dagegen Boxweltmeister Sven Ottke brutal auf Fernsehmoderatorin Linda de Mol eingeschlagen - die Reaktionen wären eindeutig und voller Mitleid für die Blondine gewesen.

Dabei ist ein erschreckend grosser Anteil von Frauen gewalttätig. Gerhard Amendt vom Bremer Institut für Geschlechterforschung kam bei einer Studie zur Lebenssituation geschiedener Väter zu folgendem Ergebnis: In der Zeit vor der Trennung gingen knapp 60 Prozent der Handgreiflichkeiten von den Frauen aus. In 25 Prozent der Fälle schlug der Mann zuerst zu. In den übrigen Fällen waren beide beteiligt. "Männer neigen dazu, mit Faustschlägen zu attackieren, Frauen greifen gern zum Messer oder schütten ihrem Gegenüber heissen Kaffee ins Gesicht", weis Familienberater Peter Thiel zu berichten.

Was veranlasst Frauen zu solchen Taten? "Frauen besitzen ein ebenso hohes Gewaltpotential wie Männer", glaubt Thiel. Früher hätten sie ihre Gefühle eher unterdrückt. Gewalttätigkeit bei Frauen sei seines Erachtens auch Negativ-Effekt der Emanzipation. Motiv für die Gewaltausbrüche: jahrelange Tyrannei durch den Partner oder Eifersucht. Wie bei Ex-Spice Girl Victoria Beckham. Sie schlug ihren Mann, den britischen Fussball-Star David Beckham, so heftig, dass dessen Mund innen aufriss und er stark blutete. In ihrer Biografie schreibt Posh Spice, sie sei so wütend gewesen, weil laut Zeitungsberichten ihr David eine Freundin gehabt haben sollte.

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